Die wichtigsten Macs aller Zeiten

Am 24. Januar 1984, kam der erste Macintosh-Computer auf den Markt. Macs waren das Hauptgeschäft von Apple Computer, bis Jahre später der iPod und vor allem das iPhone den Lauf der Dinge veränderte – und Apple dann irgendwann auch das Wort Computer aus dem Firmennamen strich. Obwohl der Macintosh nie zum Quasi-Insdustrie-Standard wurde, hat er den Lauf der Geschichte des Personal Computings verändert und eine Produktlinie begründet, die Apple bis heute weiterentwickelt. Aber welche Macs haben die Geschichte am meisten verändert?

Hier sind die 15 Meilensteine der Mac-Geschichte, jeweils mit einem detaillierten, tiefgründigen Fliesstext aufbereitet, der sich hervorragend für ein historisches Online-Magazin eignet:

1. Macintosh 128K (1984)

Der Ur-Mac & Wegbereiter der grafischen Benutzeroberfläche

Der erste Apple Macintosh (1984)
Der erste Apple Macintosh (1984)

Am 24. Januar 1984 präsentierte Steve Jobs den Macintosh 128K auf der Aktionärsversammlung von Apple – inszeniert durch den legendären Ridley-Scott-Werbespot „1984“. Der Rechner war zwar nicht der erste Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche (GUI) und einer Maus, aber er war der erste, der diese Technologien bezahlbar und massentauglich machte. Während die Konkurrenz in der IBM-Welt noch mit kryptischen DOS-Befehlszeilen arbeitete, führte der Macintosh Konzepte ein, die wir bis heute nutzen: Metaphern wie den Schreibtisch („Desktop“), Fenster, Dropdown-Menüs, Mülleimer und die symbolische Dateiablage. Mit seinen 128 Kilobyte Arbeitsspeicher war der Ur-Mac zwar leistungsmäßig schnell an seinen Grenzen, doch zusammen mit der Software MacPaint und MacWrite bewies er, dass Computer intuitiv und kreativ nutzbar sein können.

2. Macintosh Plus (1986)

Der Arbeitsgaul des frühen Desktop Publishing

Macintosh Plus (1986)
Macintosh Plus (1986)

Während der Ur-Mac vor allem eine faszinierende Machbarkeitsstudie war, wurde der Macintosh Plus zum echten Arbeitstier. Apple adressierte die Kritikpunkte des Ur-Macs konsequent: Der Arbeitsspeicher wurde auf üppige 1 Megabyte aufgestockt und ließ sich über SIMM-Steckplätze einfach erweitern. Die wichtigste Neuerung war jedoch die Integration einer SCSI-Schnittstelle. Dadurch konnten externe Festplatten, Hochgeschwindigkeits-Laufwerke und professionelle Peripheriegeräte blitzschnell angeschlossen werden. Im Zusammenspiel mit dem Aldus PageMaker, der Vektorsprache PostScript und Apples LaserWriter-Drucker begründete der Macintosh Plus die DTP-Revolution (Desktop Publishing). Er blieb fast fünf Jahre lang im Apple-Sortiment und festigte den Ruf des Mac im Verlags- und Agenturwesen.

3. Macintosh II (1987)

Farbe und modulare Erweiterbarkeit für Profis

Macintosh II (1987)
Macintosh II (1987)

Mit dem Macintosh II durchbrach Apple das Prinzip des kompakten All-in-One-Gehäuses. Geleitet von Jean-Louis Gassée öffnete sich das System für Erweiterungen: Das riesige Desktop-Gehäuse bot Platz für zwei Floppy-Laufwerke, eine interne Festplatte und sechs NuBus-Steckplätze. Zum ersten Mal konnte ein Macintosh Farben darstellen – bis zu 256 Farben gleichzeitig aus einer Palette von 16,7 Millionen bei einer Auflösung von 640 × 480 Pixeln. Der Mac II richtete sich gezielt an wissenschaftliche Einrichtungen, Ingenieure und professionelle Grafiker, die maximale Rechenleistung und große Monitore benötigten. Er etablierte Apple endgültig als ernstzunehmenden Akteur im professionellen High-End-Segment.

4. Macintosh SE/30 (1989)

Das ultimative Kompakt-Kraftpaket

Macintosh SE/30 (1989)
Macintosh SE/30 (1989)

Unter Mac-Enthusiasten und Historikern genießen viele Rechner Kultstatus, doch der Macintosh SE/30 belegt oft den Spitzenplatz. Er vereinte die beliebte, kompakte Gehäuseform des ursprünglichen Mac mit der kompromisslosen Leistung der Profi-Schiene. Angetrieben von einem Motorola 68030 Prozessor mit 16 MHz und unterstützt von einem mathematischen Coprozessor (68882), übertraf er fast alle zeitgenössischen Konkurrenten. Dank seiner 32-Bit-Architektur konnte er über spezielle RAM-Riegel auf bis zu 128 Megabyte Arbeitsspeicher aufgerüstet werden – eine für 1989 schier unvorstellbare Menge. Der SE/30 wurde wegen seiner Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit geschätzt und diente in vielen Netzwerken jahrelang sogar als Server.

5. PowerBook 100 / 140 / 170 (1991)

Die Neuerfindung des mobilen Computers

PowerBook 100 (1991)
PowerBook 100 (1991) – Foto: Danamania – Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2105185

Vor dem Herbst 1991 waren tragbare Computer meist unhandliche, schwere „Schlepptops“. Mit der ersten PowerBook-Serie definierte Apple in Zusammenarbeit mit Sony die Ergonomie des Laptops grundlegend neu. Die Tastatur wurde nah an das Display gerückt, um davor Platz für Handballenauflagen und einen zentrierten Trackball zu schaffen – eine Anordnung, die sowohl von Links- als auch Rechtshändern bedient werden konnte und bis heute den weltweiten Standard für Notebooks bildet. Während das PowerBook 100 die ultratragbare Einsteigerklasse bediente, bot das Topmodell 170 ein gestochen scharfes Aktiv-Matrix-Display. Die Serie wurde zu einem gigantischen kommerziellen Erfolg und sicherte Apple zeitweise einen großen Marktanteil im mobilen Sektor.

6. Power Macintosh 6100 / 7100 / 8100 (1994)

Der mutige Architekturwechsel zu PowerPC

Anfang der 1990er Jahre stieß die bisherige Motorola-68000-Prozessorfamilie an ihre physikalischen Leistungsgrenzen. Um den Anschluss an die schnell wachsende Intel-Konkurrenz nicht zu verlieren, vollzog Apple 1994 einen dramatischen Schritt: die Umstellung der gesamten Plattform auf die PowerPC-Architektur, die gemeinsam von Apple, IBM und Motorola (AIM-Allianz) entwickelt worden war. Die ersten Modelle – der Power Mac 6100, 7100 und 8100 – nutzten RISC-Prozessoren, die bei kompilierter Software eine enorme Leistungssteigerung boten. Dank einer ausgeklügelten Emulationsschicht konnten alte 68k-Programme nahtlos weiterverwendet werden. Dieser Wechsel bewies erstmals Apples Fähigkeit, das Herzstück der eigenen Hardwarearchitektur im laufenden Betrieb auszutauschen.

7. iMac G3 (1998)

Die Rettung des Konzerns & der Aufbruch ins USB-Zeitalter

Der erste iMac (1998)
Der erste iMac (1998)

Im Jahr 1997 stand Apple kurz vor der Pleite. Die Rückkehr von Steve Jobs und die Veröffentlichung des iMac G3 im August 1998 markierten die Wende. Das von Jony Ive gestaltete Gehäuse in transparentem Bondi Blue brach radikal mit dem grauen Einerlei der Computerbranche. Der iMac war kompromisslos auf das aufkommende Internet ausgerichtet („i“ für Internet) und kappte alte Zöpfe: Er verzichtete als erster Rechner vollständig auf das traditionelle 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk und setzte stattdessen auf den damals brandneuen USB-Standard. Der iMac war nicht nur ein Verkaufsschlager, der Apple wieder in die schwarzen Zahlen brachte, sondern wandelte den PC vom reinen Arbeitsgerät zum stilvollen Lifestyle-Objekt.

8. iBook G3 „Clamshell“ (1999)

Buntes Design und WLAN für den Massenmarkt

Aufbauend auf dem Erfolg des iMac übertrug Apple die bunte, transparente Designsprache 1999 auf den Consumer-Notebook-Markt. Das iBook G3 – aufgrund seiner charakteristischen Form und des Tragegriffs rasch als „Clamshell“ (Muschel) bekannt geworden – richtete sich an Schüler, Studierende und Heimanwender. Doch hinter dem verspielten Äußeren steckte eine technologische Pionierleistung: Das iBook war der erste Massenmarkt-Computer, der optional mit einer internen AirPort-Karte ausgestattet werden konnte. Damit führte Apple das drahtlose Netzwerken (Wi-Fi nach Standard 802.11b) im privaten Bereich ein und legte den Grundstein für die heute selbstverständliche kabellose Konnektivität.

9. Power Mac G4 Cube (2000)

Das radikale Experiment zwischen Kunst und Technik

Power Mac G4 Cube (2000)
Power Mac G4 Cube (2000)

Der Power Mac G4 Cube ist eines der faszinierendsten Kapitel der Apple-Geschichte. Im Wesentlichen handelte es sich um einen hochleistungsfähigen G4-Rechner, verpackt in einen glasklaren Acrylwürfel mit einer Kantenlänge von knapp 20 Zentimetern. Der Cube benötigte keinen Lüfter; die Kühlung erfolgte lautlos über das thermodynamische Kaminprinzip. Trotz innovativer Details – wie einem kapazitiven Touch-Einschalter und einem Slot-In-Laufwerk an der Oberseite – wurde der Rechner zu einem kommerziellen Misserfolg. Er war vergleichsweise teuer und bot im Vergleich zum regulären Power Mac G4 kaum Erweiterungsmöglichkeiten. Dennoch gilt der Cube als ästhetisches Meisterwerk und wurde sogar in die permanente Sammlung des Museum of Modern Art (MoMA) in New York aufgenommen.

10. PowerBook G4 Titanium / Aluminium (2001 / 2003)

Die Geburt des modernen Profi-Laptops

Mit der Vorstellung des PowerBook G4 „Titanium“ im Januar 2001 läutete Apple das Ende der Ära schwarzer Kunststoff-Notebooks ein. Das tiBook bestach durch ein extrem flaches Gehäuse aus reinem Titan, ein breites 15,2-Zoll-Display im 3:2-Format und ein kompromisslos edles Erscheinungsjahr. 2003 entwickelte Apple dieses Konzept weiter und führte Gehäuse aus eloxiertem Aluminium ein (in den Größen 12, 17 und später 15 Zoll). Funktionen wie die beleuchtete Tastatur, der hauchdünne Displayrahmen und das minimalistische Unibody-Verständnis etablierten die Design-DNS, die Apples Profi-Laptops und das spätere MacBook Pro über Jahrzehnte prägte.

11. iMac G4 (2002)

Die schwebende Nachttischlampe

iMac G4
iMac G4

Der iMac G4 gilt vielen Designkennern als der stilistisch gelungenste All-in-One-Computer aller Zeiten. Um den dicken CRT-Monitor des Vorgängers abzulösen, trennte Apple Bildschirm und Computerkomponenten konsequent: Das Mainboard, das optische Laufwerk und das Netzteil steckten in einer kompakten, halbkugelförmigen Basis. An dieser war über einen frei beweglichen, verchromten Edelstahlarm ein hauchdünnes LCD-Display montiert. Der Bildschirm schien schwebend im Raum zu stehen und ließ sich mit einem Finger in jede erdenkliche Position neigen und drehen. Der iMac G4 verband perfekte Ergonomie mit einer sympathischen Formsprache, die ihm den liebevollen Spitznamen „iLamp“ einbrachte.

12. iMac (Core Duo) / MacBook Pro (2006)

Der historische Sprung auf Intel-Prozessoren

Mitte der 2000er Jahre geriet die PowerPC-Entwicklung erneut ins Stocken. IBM schaffte es nicht, energieeffiziente G5-Prozessoren für Notebooks zu liefern. Auf der WWDC 2005 kündigte Steve Jobs daher den zweiten großen Architekturwechsel der Mac-Geschichte an: den Umstieg auf x86-Prozessoren von Intel. Anfang 2006 erschienen mit dem iMac (Core Duo) und dem ersten MacBook Pro die ersten Intel-Macs – Monate früher als von Experten erwartet. Dank der neuen Architektur boten die Rechner eine dramatisch höhere Performance pro Watt. Zudem ermöglichte der Intel-Umstieg erstmals das parallele oder native Ausführen von Microsoft Windows auf Mac-Hardware über Tools wie Boot Camp oder Parallels Desktop, was den Mac für viele Unternehmenskunden vollends attraktiv machte.

13. MacBook Air (2008)

Die Geburtsstunde der Ultrabooks

MacBook Air (2008)
MacBook Air (2008)

Unvergessen bleibt der Moment, als Steve Jobs auf der Macworld 2008 ein gelbes Briefkuvert auf die Bühne trug und daraus das dünnste Notebook der Welt zog: das MacBook Air. An seiner dünnsten Stelle maß das Aluminiumgehäuse gerade einmal 4 Millimeter. Um diese extremen Maße zu erreichen, verzichtete Apple konsequent auf ein optisches Laufwerk, verbaute nur einen einzigen USB-Port und setzte voll auf drahtlose Netzwerke sowie aufkommende SSD-Speicher. Während die erste Generation noch leistungsmäßig eingeschränkt war, entwickelte sich das überarbeitete MacBook Air ab 2010 zum meistverkauften Mac und zur Blauphase für eine ganze Kategorie von kompakten Laptops („Ultrabooks“).

14. MacBook Pro mit Retina Display (2012)

Der Maßstab für Bildschirmqualität

Mit der Präsentation des 15-Zoll MacBook Pro mit Retina-Display auf der WWDC 2012 setzte Apple neue Maßstäbe für Computerbildschirme. Mit einer Auflösung von 2880 × 1800 Pixeln bei einer Pixeldichte von 220 ppi waren einzelne Bildpunkte für das menschliche Auge aus normaler Distanz nicht mehr erkennbar. Grafiker, Fotografen und Videocutter konnten fortan 1080p-Material in voller Auflösung bearbeiten und hatten immer noch Platz für Werkzeugleisten. Um das Gehäuse trotz der enormen Rechen- und Displayleistung flach zu halten, strich Apple das optische SuperDrive und traditionelle Ethernet-Anschlüsse vollends aus den Pro-Laptops und leitete damit die Ära der Unibody-Flachbauweise ein.

15. MacBook Air / Mac mini M1 (2020)

Die Apple Silicon Revolution

Die Leistungsdaten des Apple M1 im Überblick.
Die Leistungsdaten des Apple M1 im Überblick.

Im November 2020 vollzog Apple den dritten und bislang radikalsten Architekturwechsel der Mac-Geschichte. Der Abschied von Intel-Prozessoren hin zu eigenen, ARM-basierten System-on-a-Chip-Lösungen (SoC) unter dem Namen Apple Silicon begann mit dem M1-Chip im MacBook Air, dem 13-Zoll MacBook Pro und dem Mac mini. Der M1 vereinte CPU, GPU, Neural Engine und Arbeitsspeicher (Unified Memory) auf einem einzigen Silizium-Baustein. Das Resultat war ein historischer Leistungssprung: Das lüfterlose M1 MacBook Air deklassierte in Benchmark-Tests und Alltagsaufgaben viele deutlich teurere Intel-Profi-Laptops, während die Akkulaufzeit auf bis zu 18 Stunden anstieg. Dieser Schritt sicherte dem Mac eine absolute Sonderstellung im modernen Computermarkt.

3 Kommentare zu „Die wichtigsten Macs aller Zeiten

  • Noé Marti

    Was ist mit den Centris, Quadras und PowerMacintosh 7100/8100/9500….das waren die DTP „Workhorses“ der 90er Jahre…schon vergessen?

    Antworten
  • Noé Marti

    PowerMac G5 und MacPro 2008-2012 sollten hier auch nicht fehlen…

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert