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Die Ära Tim Cook

Wenn Apple-CEO Tim Cook am 1. September 2026 sein Amt als Firmenchef niederlegt, kann er auf einen Rekord verweisen. Kein CEO war länger im Amt als er, nicht einmal Steve Jobs. Selbst mit Jobs‘ Zeit als Interim-CEO kommt dieser nur auf knapp 14 Jahre. Cook hingegen führt Apple seit 15 Jahren und 8 Tagen.

Und die Ära von Tim Cook ist noch lange nicht vorbei, denn er bleibt an Bord. Der 65-Jährige zieht sich nicht ins Privatleben zurück, sondern wechselt am 1. September nahtlos in die Rolle des Executive Chairman, also des geschäftsführenden Vorsitzenden des Verwaltungsrates.

Dass Tim Cook bei Apple so eine tragende Rolle spielen konnte, ist vor allem Steve Jobs zu verdanken. Nach seiner Rückkehr 1997 zu Apple fand Jobs ein großes logistisches Chaos vor. Die Lieferketten funktionierten nicht, in den Lagern türmten sich unverkaufte Geräte, potenzielle Bestseller konnten dagegen nicht geliefert werden. Jobs wusste: Er brauchte kein kreatives Genie für die Produkte – das war er schließlich selbst –, sondern ein Operations-Genie, um die Fabriken und die Logistik radikal umzukrempeln.

Apple beauftragte eine Agentur, um den perfekten Kandidaten zu finden. Jobs suchte jemanden, der die Logistik so effizient aufziehen konnte wie der PC-Hersteller Dell, der damals das Maß aller Dinge im PC-Markt war. Die Headhunter stießen schließlich auf Tim Cook. Der studierte Wirtschaftsingenieur und MBA-Absolvent hatte zwölf Jahre lang bei IBM gelernt und war gerade erst als Vice President of Corporate Materials zu Compaq gewechselt – dem damals weltweit größten und erfolgreichsten PC-Hersteller. Cook war dort erfolgreich, saß fest im Sattel und hatte eigentlich überhaupt keinen Grund, zu wechseln.

Als Apples Personalvermittler Cook kontaktierten, lehnte er mehrfach ab. Apple galt in der Branche als „sinkendes Schiff“. Doch die Headhunter blieben hartnäckig. Aus reiner Neugierde – und weil er großen Respekt vor Steve Jobs hatte – willigte Cook schließlich in ein kurzes Treffen ein. Er flog an einem Samstagmorgen mit dem Nachtflug von Houston nach Cupertino.

Cook ging in das Gespräch mit der festen Absicht, den Job abzulehnen. Doch es kam völlig anders. Das Treffen dauerte keine fünf Minuten, bis er alle rationale Logik über Bord warf. Jobs redete nicht über nackte Zahlen oder Tabellen, sondern erklärte Cook seine emotionale Vision. Er sprach darüber, wie er Apple radikal weg vom reinen Business-Markt und hinein in den Consumer-Markt führen wollte. Jobs zeigte Cook außerdem den streng geheimen Prototypen eines völlig neuartigen Computers, den die Welt so noch nicht gesehen hatte – des ersten iMacs.

Spätestens mit dem exklusiven Einblick hatte Jobs den Kandidaten am Haken. Cook erkannte schnell, dass sich ihm die Chance seines Lebens bot, mit einem echten Genie zu arbeiten und einen Pionier der Technikgeschichte vor dem Untergang zu retten. Jobs wiederum merkte in dem Gespräch sofort, dass Cook nicht nur die nötige Fachkompetenz besaß, sondern auch über die Ruhe und die emotionale Stärke verfügte, um mit seinem berüchtigten, oft aufbrausenden Temperament umzugehen. Sie ergänzten sich perfekt: Jobs war das kreative Chaos, Cook die analytische Ruhe.

Tim Cook – der Fixer

Im März 1998 fing Tim Cook als Senior Vice President of Worldwide Operations bei Apple an – und reduzierte die Lagerbestände innerhalb kürzester Zeit von über einem Monat auf wenige Tage. Cook lagerte die Produktion stärker an Partner aus und straffte die Lieferketten. Es war der Beginn einer Partnerschaft, die das Fundament für das heutige Billionen-Unternehmen legte.

Die Zusammenarbeit zwischen Cook und Jobs hätte jahrzehntelang dauern können, wäre nicht bei dem Apple-Mitbegründer im Jahr 2003 ein Tumor an der Bauchspeicheldrüse entdeckt worden. 2004 ließ Jobs sich operieren und galt zwischenzeitlich als geheilt. 2009 musste er jedoch eine medizinische Auszeit nehmen und erhielt eine Lebertransplantation. Tim Cook übernahm in dieser Phase als Chief Operating Officer das Tagesgeschäft. Im Juni 2009 kehrte Jobs nach seiner Auszeit zurück und Cook ordnete sich wieder in der zweiten Reihe ein.

Im Januar 2011 musste Jobs sich erneut aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und Cook übernahm wiederum die Verantwortung. Am 24. August 2011 kam dann der Tag, an dem Jobs als CEO zurücktrat und Tim Cook als CEO benannte. Jobs wollte Cook in den folgenden Monaten noch den Rücken stärken, verstarb jedoch tragischerweise nur wenige Wochen später, am 5. Oktober 2011.

Wie Tim Cook Apple-CEO wurde

Die Entscheidung, Tim Cook zum Nachfolger zu machen, wirkte auf die breite Öffentlichkeit damals wie eine Überraschung. Die meisten Menschen dachten eher an Jony Ive (den Design-Guru) oder Scott Forstall (den ehrgeizigen Chef der iOS-Software), da die beiden die sichtbaren Gesichter der Apple-Magie waren. Doch die Entscheidung für Tim Cook stand schon Jahre vor dem eigentlichen Wechsel im August 2011 intern bereits fest.

Jony Ive war ein Künstler, kein Manager: Er agierte als ein Genie im Designstudio. An Quartalszahlen, Steuerstrategien, Lieferketten, Aktionärsversammlungen oder Mitarbeiterführung im großen Stil hatte der Brite nie Interesse bekundet. Ihn zum CEO zu machen, hätte bedeutet, ihn seiner eigentlichen Stärke zu berauben und ihn in ein Korsett von lauter CEO-Aufgaben zu stecken. Jobs und der Verwaltungsrat wussten, dass Ive im Design-Labor am wertvollsten war.

Der zweite heiße Kandidat, Scott Forstall, war dem Apple-Führungsgremium zu polarisierend: Forstall leitete die Software-Sparte des iPhones sehr erfolgreich und galt als „Mini-Jobs“, weil er ähnlich forsch und detailbesessen war. Allerdings war er intern umstritten, lag im Dauerclinch mit Jony Ive und anderen Managern. Der Verwaltungsrat suchte für die Ära nach Steve Jobs keinen internen Kleinkrieg, sondern Stabilität.

Obwohl der Apple-Verwaltungsrat dem neuen CEO geschlossen vertraute, stand Cook unter gigantischem Beobachtungsdruck. Die ganze Welt fragte sich, ob Apple ohne Steve Jobs seine Identität verlieren würde. Cook war sich dessen bewusst und traf in den ersten Monaten sehr gezielte, strategische Entscheidungen. Zum einen sendete er das Signal, dass Apple sich nicht verändern wird. „Steve hat ein Unternehmen und eine Kultur aufgebaut, die weltweit einzigartig sind, und wir werden dieser DNA treu bleiben“, schrieb Cook am ersten Tag als CEO an seine Mitarbeiter. Zum anderen tat er aber genau das, nämlich Apple verändern.

Kein Ein-Mann-Zirkus mehr

Die neuen Spielregeln konnte man schon bei der ersten Produktpräsentation von Tim Cook erkennen. Bei der Premiere des iPhone 4s im Oktober 2011 stand er als Eventmoderator nur hin und wieder im Rampenlicht. Die eigentliche Vorstellung der neuen Features überließ der neue Boss seinen Managern wie Phil Schiller und Scott Forstall. Die Botschaft lautete: Apple ist kein Ein-Mann-Zirkus mehr, sondern ein starkes kollaboratives Team.

Von den neuen Akzenten profitierten auch die Apple-Aktionäre. Unter Steve Jobs hatte der Konzern einen gigantischen Cash-Berg von fast 100 Milliarden Dollar angehäuft. Jobs weigerte sich strikt, dieses Geld an Aktionäre auszuschütten. Er wollte das Geld als eiserne Reserve für Krisen oder massive Zukäufe behalten. Tim Cook hingegen kündigte im März 2012 an, erstmals seit 1995 wieder eine Dividende zu zahlen und ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm zu starten. Der Aktienkurs schoss daraufhin steil nach oben.

Apple hat seither weit über 700 Milliarden US-Dollar in den Rückkauf eigener Wertpapiere investiert – eine Summe, die den Marktwert der meisten DAX-Konzerne zusammen übersteigt. Durch diese aggressive Strategie hat der Konzern die Anzahl seiner ausstehenden Aktien in der letzten zehn Jahren um mehr als ein Drittel reduziert. Die Auswirkungen für Investoren sind massiv: Da sich die Unternehmensgewinne auf deutlich weniger verbleibende Aktien verteilen, stieg der Gewinn pro Aktie künstlich an, was den Aktienkurs nachhaltig stützte. Gleichzeitig spart Apple durch die zurückgekauften Papiere jährlich hunderte Millionen Dollar an Dividendenauszahlungen ein, was Cook den finanziellen Spielraum gab, die verbleibende Dividende für Anleger Jahr für Jahr anzuheben.

Die Zufriedenheit der Aktionäre fußt aber nicht nur auf den Aktienrückkäufen. Unter Cook wurde Apple zu einem gigantischen Umsatzimperium. Ihm gelang es durch die enorme Steigerung der iPhone-Verkäufe und den fulminanten Aufstieg der Service-Sparte, die Einnahmen massiv zu steigern. Das zeigt ein Vergleich. Das Geschäftsjahr 2011 schloss Apple noch mit einem Umsatz von 108 Milliarden US-Dollar ab. 15 Jahre später hat sich unter Cook der Umsatz fast vervierfacht. Im Geschäftsjahr 2025 kam Apple auf ein Rekordhoch von 416,1 Milliarden US-Dollar und nähert sich im aktuellen Geschäftsjahr der Marke von 450 Milliarden.

Ewiges Warten auf „One More Thing“

Diese Zahlen sind umso bemerkenswerter, als es Tim Cook in seiner Ära nicht gelungen ist, das nächste ganz große Ding in der Größenordnung des iPhones zu präsentieren. Zu seiner Ehrenrettung muss man aber festhalten, dass auch die Apple-Konkurrenten dies nicht zustande gebracht haben. An mangelnden finanziellen Mitteln für Forschung und Entwicklung hat es bei Apple nicht gelegen. Allein für das „Projekt Titan“ – Apples ambitionierten Versuch, ein eigenes revolutionäres Elektroauto auf den Markt zu bringen – hat der Konzern schätzungsweise zehn Milliarden Dollar in die Hand genommen. Zeitweise beschäftigte Apple tausende von Top-Ingenieuren und KI-Experten, um ein selbstfahrendes Auto der Stufe 5 auf die Straße zu bringen. Tim Cook musste allerdings nach zehn Jahren Entwicklungszeit erkennen, dass Level 5 technologisch unendlich viel komplexer ist als gedacht. Im Februar 2024 zog er die Reißleine und stellte das Projekt Titan endgültig ein.

Unterdessen konnte Cook immerhin drei neue Hardware-Kategorien etablieren: die Apple Watch, die Airpods und die Apple Vision Pro. Insbesondere bei der Apple Watch kann man die Handschrift von Tim Cook deutlich erkennen. Zu Beginn von Jony Ive als modisches Accessoire vorgestellt, positionierte Cook die Uhr konsequent zu einem Gesundheits- und Fitness-Gadget inklusive EKG, Sturzerkennung und Herzfrequenzmessung. Heute ist die Apple Watch der unangefochtene Marktführer bei den Wearables und dominiert die globale Uhrenindustrie. Außerdem eröffnet sie Apple einen Weg in Richtung Gesundheitsindustrie.

Die neuen Werte

Die Ära von Tim Cook wird aber nicht allein durch die überragenden Geschäftsergebnisse definiert. Als CEO setzte er auch auf Werte wie Inklusion, Diversität, Wohltätigkeit und vor allem Nachhaltigkeit, die seinem Vorgänger nicht so wichtig waren. Das umfasst auch LGBTQ+-Rechte. Dazu muss man wissen, dass Cook sich selbst als erster Fortune-500-CEO öffentlich als schwul geoutet hat.

In einem Essay für die Bloomberg Businessweek schrieb der Texaner 2014, er habe eine Sexualität zwar nie geleugnet, sie aber bis jetzt auch nicht öffentlich bestätigt. „Lassen Sie mich daher klarstellen: Ich bin stolz darauf, schwul zu sein, und ich betrachte es als eines der größten Geschenke, die Gott mir gemacht hat.“ Schwul zu sein habe ihm ein tieferes Verständnis dafür vermittelt, was es bedeutet, einer Minderheit anzugehören, und ihm einen Einblick in die Herausforderungen verschafft, mit denen Menschen in anderen Minderheitengruppen täglich konfrontiert seien. „Es hat mich einfühlsamer gemacht, was zu einem reichhaltigeren Leben geführt hat. Es war manchmal hart und unangenehm, aber es hat mir das Selbstvertrauen gegeben, ich selbst zu sein, meinen eigenen Weg zu gehen und mich über Widrigkeiten und Bigotterie zu erheben. Es hat mir auch eine dicke Haut verliehen, was sehr nützlich ist, wenn man CEO von Apple ist.“

Zu den neuen Werten gehört auch Wohltätigkeit. Während Steve Jobs mit Philanthropie kaum etwas anfangen konnte, entwickelte sich Apple unter Tim Cook zu einem großen Spender für die Katastrophenhilfe, diverse Bildungsprojekte und die Aids-Bekämpfung. Auch bei den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz setzte Cook neue Akzente. Er gab das Ziel aus, dass alle Apple-Gebäude zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden, darunter auch sämtliche Rechenzentren.  Gleichzeitig ging es ihm auch darum, den CO2-Abdruck der Produkte und Dienstleistungen zu reduzieren. Um die grünen Versprechen durchzusetzen, ist Cook allerdings bislang noch auf Ausgleichszertifikate angewiesen, die von Umweltschützern kritisch eingeschätzt werden.

Schutz der Privatsphäre als Menschenrecht

Beim Thema Datenschutz steht Tim Cook in der Tradition seines Amtsvorgängers. Für Steve Jobs war der Schutz der Privatsphäre vor allem ein Designprinzip. Unter Tim Cook wurde dies ein öffentlich diskutiertes gesellschaftlich-politisches Thema. So bezeichnete er den Schutz der Privatsphäre als fundamentales Menschenrecht, vergleichbar mit der Redefreiheit. Im Streit mit dem FBI um die Entsperrung des iPhones eines Attentäters in San Bernardino im Jahr 2016 weigerte sich Cook, für die Strafermittler eine Hintertür in iOS einbauen zu lassen, und verwies auf die Gefahr für alle Nutzer. Dieser Streit wurde zu einem Symbol für die Haltung von Apple unter Tim Cook in Sachen Datenschutz.

Im Verhältnis mit US-Präsident Donald Trump konnte Cook allerdings seine Prinzipientreue nicht durchhalten. Apple steht seit Trumps erster Amtszeit wegen der Drohungen mit hohen Zöllen auf Importe aus China unter enormem Druck. Als Apple-CEO versuchte Cook, durch Appelle an Trumps Ego die Strafzölle zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Mit diesen peinlichen Schmeicheleien konnte er immerhin erreichen, dass den Apple Kunden und Aktionären Schlimmes erspart blieb.

Besonders umstritten war eine persönliche 1-Millionen-Dollar-Spende zur Amtseinführung von Donald Trump am 20. Januar 2025. Kritiker wie die US-Senatorin Elizabeth Warren warfen Cook und anderen Tech-Chefs vor, sich mit den Spenden Gefälligkeiten, eine mildere Regulierung oder Schutz vor Kartellklagen erkaufen zu wollen. Auch innerhalb der Apple-Belegschaft stieß die Summe für Trumps feierlichen Amtsantritt auf großes Unverständnis.

Millionen-Spende für Zerstörung des Kulturguts

Einen noch stärkeren Gegenwind erntete Cook durch die Beteiligung von Apple an dem umstrittene „White House Ballroom“-Projekt von Donald Trump. Nach seiner Wiederwahl beschloss Trump, einen riesigen Ballsaal am Weißen Haus errichten zu lassen, der mit viel Gold, Marmor, Stuck und üppigen Lüstern ausgestaltet werden soll und 1000 Gäste ausgelegt ist. Nicht nur zum Schrecken der Denkmalschützer ließ Trump im Oktober 2025 den historischen Ostflügel („East Wing“) kurzerhand abreißen. Da das Projekt nicht vom US-Kongress genehmigt wurde, sammelte Trump dafür dreistellige Millionensummen über private Spenden von Milliardären und Tech-Konzernen. Auf der Spenderliste stehen Amazon, Meta, Microsoft, Google und auch Apple. Dass der iPhone-Hersteller dieses kontroverse Projekt mitfinanziert, können viele Apple-Beschäftigte und Kunden bis heute nicht fassen.

Für Tim Cook ist es eine Gratwanderung: Mit dem Kotau vor Trump besteht die Gefahr, dass er das Image von Apple bei Kernthemen wie Nachhaltigkeit und Kulturpflege beschädigt. Gleichzeitig schafft er durch das finanzielle Entgegenkommen bei Trumps Prestigeobjekt die Rahmenbedingungen, die maßgeblich dafür sorgen, dass die existenziell wichtigen Zollbefreiungen für Apples globale Lieferkette nicht in Frage gestellt werden.

Die Rolle als Trump-Flüsterer wird Tim Cook auch mit seinem Wechsel an die Spitze des Verwaltungsrates nicht los. Für ihn geht es darum, die Errungenschaft seines Lebens abzusichern, nämlich globale Lieferketten intakt zu halten. Dabei wird der neue Verwaltungsratschef nicht nur den erratisch agierenden US-Präsidenten umgarnen. Cook wird nach seinem Rückzug als CEO auch seine persönlichen Beziehungen zu Staatschefs und Regierungen pflegen, vor allem in China, aber auch in Ländern wie Indien und Vietnam, in denen Apple seine Produktion massiv ausbaut.

Undiplomatischer Außenminister

Die Rolle als Außenminister von Apple wird Cook auch gegenüber der Europäischen Union einnehmen. Hier geht es ihm vor allem darum, die Folgen des europäischen Digitalgesetzes DMA (Digital Markets Act) zu minimieren. In diesem Konflikt agiert Cook bislang allerdings nicht als Chefdiplomat, sondern als Hardliner. Um zu verhindern, dass Konkurrenten wie Google oder OpenAI nach den europäischen Vorgaben die Systemschnittstellen des iPhones komplett nutzen können, hat Cook die heiß ersehnten KI-Funktionen in Europa blockiert und damit der EU-Kommission den Schwarzen Peter zugeschoben. In dieser Konstellation muss sich der neue Apple-CEO John Ternus nicht um Politikfragen kümmern, sondern kann sich auf die Apple-Produkte fokussieren. Cook musste vor 15 Jahren bei der Übernahme des Chefpostens viel zu schnell ohne die Unterstützung seines Vollgängers auskommen. Ternus dagegen kann darauf zählen, dass Cook noch für etlichen Jahre als Mentor und strategischer Berater an seiner Seite stehen wird.

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